Raumgestaltung der Austellung „pro patria!? Kartitsch 1914-1918“ im Gemeindesaal Kartitsch
Am Karnischen Kamm gab es keine mehrtägigen Massenschlachten, die tausende Verluste forderten, keine dramatischen Gipfelsprengungen und keine Giftgaseinsätze. Und dennoch: Der Erste Weltkrieg offenbarte auch an diesem Schauplatz all seine schrecklichen Facetten. Er prägte das Schicksal des Dorfes Kartitsch maßgeblich in allen Lebensbereichen.
Der Kriegseintritt Italiens und die Eröffnung der Front am Karnischen Kamm versetzten Kartitsch, das nun im unmittelbaren Kriegsgebiet lag, ab 1915 noch mehr als zuvor in einen Ausnahmezustand. Das Dorf wurde durch das Militär vollkommen in Beschlag genommen und der Lebensalltag der Bevölkerung durch dessen Präsenz und die Nähe zur Front bestimmt. Ein Mikrokosmos des Krieges.
Die Ausstellung „Pro Patria!?. Kartitsch 1914-18“ beschäftigt sich mit den dauerhaften Zäsuren, welche die Kriegsjahre in Kartitsch und Umgebung hinterlassen haben. Im Fokus stehen das Leben der Bevölkerung, die Nähe zur Karnischen Front und die allumfassende Militarisierung eines kleinen Bergbauerndorfes. Anhand von Einzelschicksalen aus dem Dorf, zeitgenössischen Fotografien und Exponaten, die zum Großteil aus Familienbesitz stammen, werden der Einfluss der Kriegsereignisse auf das tägliche Leben und den Tagesablauf der Dorfbewohner aller Altersstufen sowie die Nachwirkungen und Hinterlassenschaften des Krieges bis in die Gegenwart gezeigt. Den Besuchern wird ersichtlich, dass die Auswirkungen des „großen“ Krieges auch in einer kleinen Osttiroler Gemeinde in ihren vollen Dimensionen zum Tragen kamen.
Text: Isabelle Brandauer
| Ausstellung | 30. Mai bis 31. Oktober 2015 |
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| Raumkonzept | Barbara Lanz, Sonja Mitterer |
| Projektpartner | Gemeinde Kartitsch |
| Isabelle Brandauer | |
| dazdesign Innsbruck |